Nachbericht zur Veranstaltung in Wertheim zum Thema "Vereine und Ehrenamt"

Veröffentlicht am 09.03.2021 in Aktuelles

Anton Mattmüller, Landtagskandidat der SPD für den Main-Tauber-Kreis wollte sich einen Eindruck verschaffen über die aktuelle Situation von Ehrenamt und den Vereinen. DLRG Urphar, Rheuma-Liga, Reit- und Fahrverein Wertheim-Maintaubereck und FC Eichel waren auf dem virtuellen Podium und ermöglichten einen breiten Blick in die Vereinslandschaft von Wertheim. Das DLRG Urphar habe auch während der Pandemie etwas geschafft, so Kerstin Mattern die Vorsitzende. Im Feuerwehrhaus konnte ein neuer Vereinsraum gebaut werden. Unter Coronabedingungen zwar langwieriger, aber dennoch für den Verein eine große Errungenschaft. Bei der Wahl am Sonntag wird dort das Wahllokal eingerichtet sein und die Menschen haben erstmals die Möglichkeit sich einen Eindruck davon zu schaffen. Soweit die guten Nachrichten. Das DLRG habe 180 Mitglieder und davon seien über 50 % Jugendliche. Das traditionelle Zeltlager 2020 wurde durchgeführt. Mit einem entsprechenden Hygienekonzept war das im August gut zu verantworten. Gezeigt hat sich allerdings, dass die Kondition der Schwimmerinnen und Schwimmer stark zurückgegangen sei. Die Vereinstätigkeit bestehe nun mal darin, zu schwimmen. Und zwar so gut, dass man Menschen in Not im Wasser helfen könne. Sie selbst sei zuletzt in den Herbstferien im Wasser gewesen, so Kerstin Mattern.

Darüberhinaus habe sich jetzt ein Rückstau bei den Schwimmkursen ergeben. Diese führe Ingo Ortel durch. Erst danach kämen die Kinder in das DLRG. Dort werden die Fähigkeiten gefestigt und ausgebaut. Die Warteliste werde immer länger. Sorgen machen sie sich wegen der Wasserflächen in Bädern. Trainingsstunden würden in Külsheim und Wertheim durchgeführt. Der Druck auf die bestehenden Bäder sei groß, da immer mehr Schwimmbäder geschlossen würden. In nächster Näher z.B. in Tauberbischofsheim. Auch für das Hallenbad in Wertheim sei dies in wenigen Jahren zu befürchten. In Wertheim sei beabsichtigt das bisherige Hallenbad solange in Betrieb zu halten, bis ein neues zur Verfügung stehe, so Ingo Ortel. Da bis dahin immer wieder Reparaturen finanziert werden müssen und ein Neubau enorme finanzielle Mittel benötige, hoffe er, dass dieses Ziel gelingt. Schwimmbad ist das große Thema, so Kerstin Mattern. Zuschüsse für Sanierung und Bau von Schwimmbädern seien daher unbedingt erforderlich. Dem pflichtete Anton Mattmüller bei. In mehreren Städten des Main-Tauber-Kreises und angrenzenden Gemeinden, wie Höpfingen, besteht dieses Problem. Er wies darauf hin, dass die SPD als einzige Partei dies im Landtagswahlprogramm vorgesehen habe. Dafür werde er sich auch persönlich als Abgeordneter stark machen. 

 

Das Thema Schwimmbad betrifft auch die Rheuma-Liga, so Hand-Dieter Friedrich. Über 400 Mitglieder machen Trocken- oder Wassergymnastik in Gruppen. Dafür stünden 20 Therapeuten zur Verfügung. Da die Teilnehmer überwiegend zur Risikogruppe gehören, habe die Rheuma-Liga seit Oktober die Angebote eingestellt. Normalerweise gäbe es 9 Gruppen die Wassergymnastik machen.  Benötigt werden für diese Aktivitäten eine Wassertemperatur von mindestens 25 Grad. In Wertheim und Külsheim sei das an Warmbadetagen möglich. Der Erhalt dieser Bäder sei daher für die Vereinsmitglieder unbedingt erforderlich. Die Insolvenz des Wonnemar in Marktheidenfeld habe bereits eine riesige Lücke gerissen. Das dortige Angebot mit 34 Grad Wassertemperatur wurde von 60 Mitgliedern wahrgenommen.  Auch hier hoffte Friedrich auf eine Wiedereröffnung. 

 

Der Reit- und Fahrverein Wertheim-Maintaubereck e.V. hat enorme finanzielle Sorgen, so der Vorsitzende Bors Kellner. Der Verband gehe befürchte, dass ein Drittel der Verein Insolvenz gefährdet sei. Bedingt ist das dadurch, dass Fixkosten weiterhin bestehen, aber Einnahmen für Reitunterricht und andere Aktivitäten wegfallen. Der Verein sei sparsam aufgestellt. Für fünf Schulpferde und die große Reitanlage gebe es einen Festangestellten. Die Vereinsmitglieder seien mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit gefordert und engagieren sich auch stark.  Aber Pferde gehen nun mal nicht in Kurzarbeit. Sie müssen verpflegt, gepflegt und bewegt werden. Der Verein habe Vorsorge betreiben und Rücklagen gebildet für künftige Investitionen und Aufgaben. Um Coronahilfen zu erhalten, müssen die eigenen Mittel er aufgebraucht sein. Zudem sei die Antragstellung ein bürokratisches Monster. Corona habe den Verein bereits jetzt um drei Jahre zurückgeworfen. Sorge mache ihm auch der künftige Nachwuchs. Kinder probieren sich. Deshalb habe man eine gewisse Fluktuation. Durch die fehlenden Reitangebote finden derzeit allerdings nur die Abgänge statt, Zugänge fehlen. Haben sie sich jetzt anders orientiert? Kommen sie zurück? Reitunterricht dürfe jetzt wohl wieder als Einzelunterricht beginnen, hoffte Boris Kellner. Er wies auf den Spendenaufruf des Vereins hin. Bankverbindung und weitere Informationen seien auf der Homepage zu finden. Anton Mattmüller forderte, dass Vereinsarbeit besonders geschützt werden müsse.

 

Mirco Göbel berichtete für den FC Eichel. Der Verein habe über 700 Mitglieder. Etwa 40 Ehrenamtliche tragen die Vereinsarbeit. Im Verein werden jährlich 1.200 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. Alle Altersklassen und Geschlechter könnten Fußball spielen. Während Corona versuche man Online Angebote zu machen. Auf Dauer könne dies die Mitglieder aber nicht motivieren. Der FC Eichel verzichte derzeit auf die Zahlung von Mitgliedsbeiträgen. Göbel forderte, dass das Fördersystem für Vereine stärker auf Ziele ausgerichtet sein solle. Jugendarbeit, Integration und Ehrenamt seien Kriterien die dadurch sinnvoll verstärkt werden könnten. Anton Mattmüller unterstützt diese Forderung und führte noch Punkte für die Stärkung des Ehrenamts aus. 

 

Das Netzwerk für Verein solle nach der Pandemie neu mit Leben erfüllt werden, forderte Mirco Göbel. Ein Tag der Vereine in Wertheim könne neue Dynamik in die Vereinslandschaft bringen. 

Für Außenstehende besteht die Gelegenheit sich Einblick zu schaffen. Die Vereine könnten neue Mitglieder gewinnen. Ausbaufähig sei auch die Vernetzung der Vereine untereinander. Bei Spielgemeinschaften sei das schon gängig. Es gäbe sicher weitere Synergieeffekte, so Göbel. Unterstützt wurde in dieser Forderung auch von anderen Teilnehmern der Diskussion. Unterstützung sagte auf jeden Fall Anton Mattmüller zu. Die Vereine spielen eine wichtige Rolle. Gerade auch bei uns im ländlichen Raum. Die Arbeit der Ehrenamtlichen müssen hoch geschätzt und gewürdigt werden.  Thomas Kraft, Vorsitzender der SPD Wertheim dankte für die Einblicke. die nachvollziehbaren Forderungen und die entwickelten Ideen.

 

 
 

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