Im Gespräch mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Veröffentlicht am 21.02.2021 in Aktuelles

Wir sind die letzte Generation, die noch umsteigen kann!

So lautete die klare Aussage unserer Bundesumweltministerin Svenja Schulze im Online-Kamingespräch mit Jenny Sühr und Joans Hoffmann.
Ebenfalls zu Gast waren:
Delin Océane (Friday for Future), Niclas Kern (Friday for Future), Peter Rapp (Grandparents for Future), Lutz Bohner (Runder Tisch Klima Lörrach), Beat Jans (Regierungspräsident des Kanons Basel-Stadt), Jörg Lutz (Kreisrat ind er SPD-Fraktion)

Um den Umstieg zu schaffen, muss darauf geachtet werden, dass er sozialverträglich stattfindet, sonst machen die Menschen nicht mit. Genau dafür steht die SPD.

Aktuell ist der größte Problembereich die Mobilität. Seit 2009 ist das Bundesverkehrsministerium in den Händen der CSU. Und seither herrscht Stillstand beim Umwelt- und Klimaschutz in der Mobilität. Es ist der einzige Sektor, bei dem es keine CO2-Reduktion gab.

Der wichtigste Baustein beim Individualverkehr ist der Umstieg auf E-Mobilität im Straßenverkehr. Die Umwandlung von Erneuerbarer Energie in Wasserstoff oder sonstige Flüssigbrennstoffe erfordert das fünf- bis siebenfache an Energie im Vergleich zur Nutzung der Batterie. Solche synthetische Kraftstoffe sind vorwiegend für den Flug- und Schiffsverkehr sinnvoll. Deshalb fördert der Bund entsprechende Projekte.

Im Straßenverkehr muss die Ladeinfrastruktur für E-Mobile zeitnah ausgebaut werden. Gleichzeitig muss der Individualverkehr aber auch verringert werden. „Auch im E-Auto macht es keinen Spaß, im Stau zustehen“. Deshalb muss der öffentliche Verkehr ebenso wie der Rad- und Fußverkehr ausgebaut werden.

Beim öffentlichen Verkehr bestehen noch immer zu große Angebotslücken vor allem im ländlichen Raum und er ist auch zu teuer. Das 365 €-Jahresticket ist ein richtiger Ansatz, für die Finanzierung gibt es viele Modelle. Es müsse jetzt einfach schnell realisiert werden.

Es gibt aber auch weitere Ansatzpunkte: so kann durch Homeoffice oder dezentrale Büroarbeitsplätze auf dem Land der Pendelverkehr in die Zentren reduziert werden. Dies ist nicht nur umweltfreundlich, sondern erhöht auch die Lebensqualität.

Jenny Sühr, selbst ein „Landkind“ kennt die Bedeutung des eigenen PKW gerade in ländlichen Regionen. „Wir wollen niemandem etwas wegnehmen, wir wollen die Lebensqualität erhöhen!“ Deshalb braucht es keine Verbote, sondern Alternativen zum gewohnten Dieselauto. Gut getakteter wohnortnaher ÖPNV, Car-Sharing, Ruftaxi und andere Antriebssysteme bei PKW.

Die zweite große Baustelle bei der CO2-Reduktion sind Wohn- und Gewerbebauten. Dort ist viel bei Neubauten erreicht worden, nun muss die Sanierung von Bestandsgebäuden beschleunigt werden. Auch da muss immer auf die Sozialverträglichkeit geachtet werden.

Viel Lob gab es für die Planung des „Zero-Emission-Gewerbegebiets“ Lauffenmühle in Lörrach. Dort soll unter anderem vorwiegend Holz als Baustoff eingesetzt werden.

Das Schweizer Modell der CO2-Abgabe mit einer Klimaprämie, bei der die Einnahmen der CO2-Bepreisung als Pro-Kopf-Prämie wieder an die Bürger zurückfließt, hätte Svenja gerne auch in Deutschland eingeführt. Davon profitieren besonders finanziell schwächere Menschen, da deren CO2 Emissionen deutlich niedriger sind als bei den Reichen. „Das war mit den Schwarzen aber nicht zu machen. Denen fehlt jedes Verständnis für soziale Fragen.“

Deshalb das klare Fazit: die nächste Regierung muss unter roter Führung und ohne Schwarz gebildet werden.

Bernd Engesser

Hier geht es lang zur Aufzeichnung:

 

 
 

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